Sonntag, 5. Juli 2020

12tel Blick - Juni 2020

Etwas verspätet kommt heute mein 12tel Blick für Juni. Ihr könnt es euch womöglich denken: das Leben steppt hier gerade die verschiedensten Tänze durch und ich kann euch verraten, es sind eher die schnellen, aus der Puste bringenden. Und da ich mich keineswegs zu den großen Tanzgenies zähle, tu' ich mir beim Schritthalten eben etwas schwer.

Und wenn die Tänze "Arbeit" (coronabedingt etwas intensiver), "Schulschluss" (mit EV-Tätigkeit) und "Umzug meiner Mutter" (mit einer Verringerung der Wohnfläche von 150m² auf 75m²) heißen, und gepaart sind mit meiner eher grimm'schen stiefmütterlichen Liebe für den Sommer, bringt mich das doch tatsächlich etwas aus dem Tritt. Mein Körper hat mir schon mit div. kollosalen Verspannungen die Rute ins Fenster gestellt...

Aber nun gut. Schule und Umzug sind vorbei (letzteres zumindest großteils), jetzt heißt es nur noch wieder Ankommen im ganz normalen Wahnsinn mit 2,5 Pubertieren im Sommer mitten in Wien, 40 Stunden Arbeit und einem Urlaubsmonat August, den man wider Erwarten eben dort verbringen wird, weil aus dem Schottland-Urlaub - aus Gründen - nichts wird. Aber immerhin, war  der Wettergott bisher gnädig und hat die Temperaturskala im erträglichen Bereich gelassen. Darf er bitte weiterhin. So ist's gut.

So! Mein 12tel Blick: Ihr seht - nicht viel. Die Sonne ist gleißend und steht so steil, dass aufgrund der scharf umrissenen Schatten kaum was zu sehen ist und das Licht ist grell. Auch mein Fetzentandler ist da und hat wieder seinen Sonnenschutz aufgebaut, so dass ich wieder unter die Akrobaten gegangen bin.


Der Markt wirkt fast leer, aber das ist er mitnichten: die Menschen stehen alle unter der Markise und suchen den Schatten - bzw. müssen in selbigen, damit sie überhaupt sehen, was feilgeboten wird.

Dieses Mal gewähre ich euch noch zwei weitere Blickwinkel, damit ihr zumindest ein bisserl was erkennen könnt:


Die Gürtel links gehören noch zum Fetzentandler mit dem rot-weiß-gestreiften Dach.


Hier ist das andere Ende des Bauernmarktes zu sehen. Hier stehen immer die nicht ganz so fixen Standler, in der Spargelsaison die Spargelbauern, in der Erdbeersaison eben die Erdbeerbauern, und momentan werden hier - richtig - die Marillen angeboten.

Und ja: die Graffitis sind absolut typisch für den 15. Bezirk: sozialistische Parolen findet man hier häufig, genauso häufig auch Hinweise auf die ursprünglichen Herkunftsländer der Bevölkerung.

Tatsächlich ist fast die Hälfte der Bewohner von Rudolfsheim-Fünfhaus (48,1 %) nicht hier in Wien geboren (Quelle hier). Umso interessanter, dass bei der letzten Gemeinderatswahl 2015 hier zwar die SPÖ mit 42,55% die Mehrheit erhielt, aber die FPÖ mit 26,23% trotzdem an der zweiten Stelle war. Dass der Bezirk zunehmend "jünger" wird, erkennt man allerdings daran, dass die Grünen schon 2015 mit 17,17% die beachtlichen Dritten waren (Quelle hier). Im Herbst stehen die nächten Wahlen an, mal sehen, was Corona und die türkisch-grüne Regierung in den Köpfen der Menschen hier für einen Eindruck hinterlassen haben und wie sich das beim Kreuzerl-Machen auswirken wird.

Ich persönlich mag die kulturelle Vielfalt hier, nicht umsonst wohne ich jetzt schon fast 20 Jahre hier.




Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start in den Sommer! Bleibt gesund!


Mittwoch, 3. Juni 2020

Boho & Rosa - ganz ungewöhnlich. Aber Altrosa geht. Oder?

Noch bin ich mir nicht ganz im Klaren, wie ich sie an mir finde, die Tunika "Lilly". Also, eigentlich ja das Kleid "Lilly", dass sich aber auch toll zur Tunika kürzen lässt. Und dann auch noch in Rosa - naja: altrosa. Aber diese gedeckte Variante geht, oder?

Irgendwie seh´ ich mich nach wie vor nicht so wirklich als Boho-Mädel, aber ich finde, sie hat dennoch etwas. Aufgrund meiner Oberweite würde sie sogar noch etwas größer ausfallen, aber ich habe 2 Nummern kleiner gewählt als ich der Tabelle nach nähen sollte - mit dem Risiko, dass es oben rum etwas spannen oder aufklappen könnte. Aber Glück gehabt: es geht sich wirklich gut aus, denn von den Schultern her, ist die hier genähte Größe 40 genau das Richtige.




Der Stoff ist eine wunderschöne Viskose und da gestern mein erster Tag wieder im Büro war, hab´ ich die Bluse erstmalig tatsächlich länger als nur 1-2 Stunden getragen. Und was soll ich sagen: auch nach 8 Stunden sitzen, Autofahren (was ja auch immer Gurtgewurschtel bedeutet) und sonst allerlei Bewegungen, blieb der Stoff erstaunlich knitterfrei. Nicht faltenlos, keineswegs, aber durchaus auch nach stundenlangem Tragen ganz passabel!

Ich denke, ich werde die Tunika noch ein paar Mal tragen (wenn das Wetter so bleibt, ist sie genau richtig!) und dann entscheiden, wie ich zu ihr (an mir) stehe. Aus heutiger Sicht sieht es schon mal gar nicht so schlecht für sie aus.

Und falls ihr euch fragen solltet: die am ersten Bild ersichtliche Tasche ist nach dem Schnittmuster "Adora" von Pattydoo genäht und mit Teilen der Plotterdatei "Blossom" von Formenfroh aufgehübscht. Boho halt! Ich konnte einfach nicht widerstehen.


Habt noch eine feine Woche!


| MeMadeMittwoch | CreateInAustria | Du für dich am Donnerstag |


Schnitt: Kleid/Tunika Lilly von Kibadoo
Tasche Adora von Pattydoo, runde Version
Stoff: Viskose von Lieblingsstücke