Sonntag, 5. Juli 2020

12tel Blick - Juni 2020

Etwas verspätet kommt heute mein 12tel Blick für Juni. Ihr könnt es euch womöglich denken: das Leben steppt hier gerade die verschiedensten Tänze durch und ich kann euch verraten, es sind eher die schnellen, aus der Puste bringenden. Und da ich mich keineswegs zu den großen Tanzgenies zähle, tu' ich mir beim Schritthalten eben etwas schwer.

Und wenn die Tänze "Arbeit" (coronabedingt etwas intensiver), "Schulschluss" (mit EV-Tätigkeit) und "Umzug meiner Mutter" (mit einer Verringerung der Wohnfläche von 150m² auf 75m²) heißen, und gepaart sind mit meiner eher grimm'schen stiefmütterlichen Liebe für den Sommer, bringt mich das doch tatsächlich etwas aus dem Tritt. Mein Körper hat mir schon mit div. kollosalen Verspannungen die Rute ins Fenster gestellt...

Aber nun gut. Schule und Umzug sind vorbei (letzteres zumindest großteils), jetzt heißt es nur noch wieder Ankommen im ganz normalen Wahnsinn mit 2,5 Pubertieren im Sommer mitten in Wien, 40 Stunden Arbeit und einem Urlaubsmonat August, den man wider Erwarten eben dort verbringen wird, weil aus dem Schottland-Urlaub - aus Gründen - nichts wird. Aber immerhin, war  der Wettergott bisher gnädig und hat die Temperaturskala im erträglichen Bereich gelassen. Darf er bitte weiterhin. So ist's gut.

So! Mein 12tel Blick: Ihr seht - nicht viel. Die Sonne ist gleißend und steht so steil, dass aufgrund der scharf umrissenen Schatten kaum was zu sehen ist und das Licht ist grell. Auch mein Fetzentandler ist da und hat wieder seinen Sonnenschutz aufgebaut, so dass ich wieder unter die Akrobaten gegangen bin.


Der Markt wirkt fast leer, aber das ist er mitnichten: die Menschen stehen alle unter der Markise und suchen den Schatten - bzw. müssen in selbigen, damit sie überhaupt sehen, was feilgeboten wird.

Dieses Mal gewähre ich euch noch zwei weitere Blickwinkel, damit ihr zumindest ein bisserl was erkennen könnt:


Die Gürtel links gehören noch zum Fetzentandler mit dem rot-weiß-gestreiften Dach.


Hier ist das andere Ende des Bauernmarktes zu sehen. Hier stehen immer die nicht ganz so fixen Standler, in der Spargelsaison die Spargelbauern, in der Erdbeersaison eben die Erdbeerbauern, und momentan werden hier - richtig - die Marillen angeboten.

Und ja: die Graffitis sind absolut typisch für den 15. Bezirk: sozialistische Parolen findet man hier häufig, genauso häufig auch Hinweise auf die ursprünglichen Herkunftsländer der Bevölkerung.

Tatsächlich ist fast die Hälfte der Bewohner von Rudolfsheim-Fünfhaus (48,1 %) nicht hier in Wien geboren (Quelle hier). Umso interessanter, dass bei der letzten Gemeinderatswahl 2015 hier zwar die SPÖ mit 42,55% die Mehrheit erhielt, aber die FPÖ mit 26,23% trotzdem an der zweiten Stelle war. Dass der Bezirk zunehmend "jünger" wird, erkennt man allerdings daran, dass die Grünen schon 2015 mit 17,17% die beachtlichen Dritten waren (Quelle hier). Im Herbst stehen die nächten Wahlen an, mal sehen, was Corona und die türkisch-grüne Regierung in den Köpfen der Menschen hier für einen Eindruck hinterlassen haben und wie sich das beim Kreuzerl-Machen auswirken wird.

Ich persönlich mag die kulturelle Vielfalt hier, nicht umsonst wohne ich jetzt schon fast 20 Jahre hier.




Ich wünsche Euch einen wunderbaren Start in den Sommer! Bleibt gesund!


Mittwoch, 3. Juni 2020

Boho & Rosa - ganz ungewöhnlich. Aber Altrosa geht. Oder?

Noch bin ich mir nicht ganz im Klaren, wie ich sie an mir finde, die Tunika "Lilly". Also, eigentlich ja das Kleid "Lilly", dass sich aber auch toll zur Tunika kürzen lässt. Und dann auch noch in Rosa - naja: altrosa. Aber diese gedeckte Variante geht, oder?

Irgendwie seh´ ich mich nach wie vor nicht so wirklich als Boho-Mädel, aber ich finde, sie hat dennoch etwas. Aufgrund meiner Oberweite würde sie sogar noch etwas größer ausfallen, aber ich habe 2 Nummern kleiner gewählt als ich der Tabelle nach nähen sollte - mit dem Risiko, dass es oben rum etwas spannen oder aufklappen könnte. Aber Glück gehabt: es geht sich wirklich gut aus, denn von den Schultern her, ist die hier genähte Größe 40 genau das Richtige.




Der Stoff ist eine wunderschöne Viskose und da gestern mein erster Tag wieder im Büro war, hab´ ich die Bluse erstmalig tatsächlich länger als nur 1-2 Stunden getragen. Und was soll ich sagen: auch nach 8 Stunden sitzen, Autofahren (was ja auch immer Gurtgewurschtel bedeutet) und sonst allerlei Bewegungen, blieb der Stoff erstaunlich knitterfrei. Nicht faltenlos, keineswegs, aber durchaus auch nach stundenlangem Tragen ganz passabel!

Ich denke, ich werde die Tunika noch ein paar Mal tragen (wenn das Wetter so bleibt, ist sie genau richtig!) und dann entscheiden, wie ich zu ihr (an mir) stehe. Aus heutiger Sicht sieht es schon mal gar nicht so schlecht für sie aus.

Und falls ihr euch fragen solltet: die am ersten Bild ersichtliche Tasche ist nach dem Schnittmuster "Adora" von Pattydoo genäht und mit Teilen der Plotterdatei "Blossom" von Formenfroh aufgehübscht. Boho halt! Ich konnte einfach nicht widerstehen.


Habt noch eine feine Woche!


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Schnitt: Kleid/Tunika Lilly von Kibadoo
Tasche Adora von Pattydoo, runde Version
Stoff: Viskose von Lieblingsstücke


12tel Blick - Mai 2020

Und wieder ein Monat rum. So schön der April war, so durchwachsen war der Mai. Aber gut, s' hat's braucht, wie es so schön heißt. Ich bin da ja nicht ganz so böse. So wie es im April und Mai war, darf es meiner Meinung nach bis zum Oktober bleiben. Genau meine Wohlfühl-Temperaturskala.

Nun zum Meiselmarkt:


Mitte Mai habe ich einen sonnigen, nicht allzu heißen Tag erwischt. Die Normalität hat uns fast wieder - bis auf die Masken in den Gesichtern der Menschen. Der Markt war ganz gut frequentiert und auch die Anzahl der Standler ist wieder angewachsen. Schön.



Und jetzt mal schauen, was sich bei den anderen so getan hat!


Alles Liebe,


Donnerstag, 21. Mai 2020

Meine maritime "Greta" - {Kibadoo}

 Auch wenn es derzeit um meine Motivation generell nicht besonders gut bestellt ist, so überkommt mich dann doch ab und an der Rappel und ich stürme nahezu meine Nähmaschine - nicht nur um diese unsäglichen Gesichtsverdecker zu nähen, denn da nähe ich übrigens immer nur so viele, wie ich mir denke, dass wir brauchen (das ist  bei 5 Personen mit 3 schulpflichtigen Kindern und nicht täglich einkalkulierten 60-90 Grad Wäschen gar nicht so wenig).

Der verwendete Stoff war eigentlich für einen dünnen Überzieh"pulli" für Schottland im Sommer gedacht, Stichwort: "Zwiebellook", doch da sich das mit dem Reisen für heuer höchstwahrscheinlich erledigt hat, hab ich im Probenähen für "Greta" beherzt danach gegriffen.



Wie interessanterweise oft bei Kibadoo-Schnitten, musste ich zuerst etwas in mich gehen: während ich mir den tiefen V-Ausschnitt sehr gut bei und an mir vorstellen konnte, so tat ich mir bei den Puffärmeln etwas schwerer, denn mein Schulter- und Oberarmbereich war schon immer etwas ausgeprägter und wer bin ich, dass ich das auch noch zusätzlich betonen wollte?!

Nachdem aber der Ruf der Nähmaschine so dermaßen unüberhörbar war, hab ich eben jenen meinen oben genannten Körperbereich gezuckt und mich an die Arbeit gemacht.



Das Ergebnis hat mich - ihr ahnt es: glücklich gemacht! Das Teil gefällt mir wirklich - wirklich! - sehr gut. Ich habe lediglich aufgrund meines etwas längeren Oberkörpers das weiße Bündchen noch unten angestückelt. Außerdem ist in der letzten Version der Puff der Ärmel noch ausgeprägter geworden, doch ich werde für mich persönlich wohl bei dieser Variante  hier bleiben: ein bisserl puffig, aber nicht zu viel.




Einen Tipp möchte ich euch noch mitgeben: benutzt für den V-Ausschnitt Material mit etwas mehr Stand. Ursprünglich hatte ich, genauso wie für die Bündchen, weißen Bambusjersey verwendet, weil es der einzige farbig passende Stoff in meinem Kasten war, doch das war die Sache mit X: nämlich nix. Nachdem sich alles verzogen hat, hab ich nochmal genauer geschaut und noch weißes Bündchen gefunden und auch trotz meiner Angst, es könnte dann zu fest und bockig werden, hab' ich es riskiert. Das Ergebnis hat mich umgehauen: der Ausschnitt sitzt perfekt und verziehen tut sich absolut nichts! Also: bitte festeres Material verwenden oder gleich mit Vlies vertärken!

Ich habe hier die Version tiefer V-Ausschnitt mit mittellangen Puffärmeln genäht, es gibt jedoch noch unzählige andere Varianten. Claudia hat sie anscheinend durchgezählt und ist auf 20 verschiedene Möglichkeiten gekommen. Ich glaube ihr das jetzt einfach mal, denn ich bin mit meinem ersten Versuch schon glücklich. So sehr, dass ich mir sogar noch ein Exemplar genau so genäht habe. Und ein Retro-Shirt, ganz wenig variiert. Zeig ich euch noch, versprochen!

Habt ein wunderbares verlängertes Wochenende!

Der Schnitt wurde mir zum Probenähen kostenlos zu Verfügung gestellt.




Schnitt: Shirt/Pulli "Greta" - bis 27.5.2020 zum Einführungspreis!
Stoff: Jacquard Birte dunkelmarine via Stoffprinzessin - entspricht aber haptisch eher ein Jersey

Freitag, 15. Mai 2020

Ein Dank an die Eisheiligen - Raffkleid/Shirt Abbie {Kibadoo}

Die letzten Wochen glänzten ja mit traumhaft frühlingshaftem Wetter, und seit langem mal machen, so man den Meteorologen glaubt (und die sollten es wissen, die machen ja schließlich die Aufzeichnungen), die Eisheiligen tatsächlich mal das, was sie sollen: nämlich kalt sein. Und ja, ich bestätige: auch ich habe wieder mein kurzes Schlaf-T-Shirt gegen ein langes getauschtt, die Fenster sind tagsüber wieder zu (was sie in den letzten Wochen eher nicht waren) und ich laufe wieder mit Socken in der Wohnung herum.

Zeit also, um euch meine Abbie von Kibadoo zu zeigen. Danke, ihr Eisheiligen!
Es ist ein Shirt, das ich schon im Winter genäht habe und das in mir anfänglich eher widersprüchliche Gefühle geweckt hat. Ich wusste einfach nicht, ob es mir an mir gefallen würde. Und wie so oft kommt jetzt das "aber dann". Aber dann sah ich nämlich das erste Beispiel und dann noch eines und noch eines, und mir war klar: ok, Kleid nähe ich mir keines, aber als Shirt, ja, das will ich probieren!


Die Schärpe ist ja nicht Jedermannsfrau Sache, aber sie zaubert optisch tatsächlich eine ziemlich hübsche Taille, wie ich finde. Wenn man das Verspielte mag, dann ist man mit der Schärpe, dem kleinen Rollkragen und den leicht ballonartigen Ärmeln wirklich gut bedient. Hier habe ich erstmals Bekanntschaft mit dem Bambus-Jersey gemacht und wie schon bei meinem Yoga-Shirt erwähnt: die Haptik ist einfach ein Traum! Er glänzt leicht seidig, ist ähnlich dünn wie Modal und trägt sich einfach hervorragend.


Auch die Farbe hat es mir angetan, obwohl sie ja doch eine etwas seltsame Mischkulanz ist. Ich würde sagen, es ist grün. Erbsengrün. Mit einem Stich ins Gelbe. Hier auf den Fotos gelber als es tatsächlich ist. Im Regal liegend, wusste ich nicht, wie es aussehen würde, aber ich muss sagen, es gefällt mir. Und das ist ja die Hauptsache, nicht?

Auf jeden Fall freue ich ich, es derzeit nochmal anziehen zu können, es ist nämlich dank des Schnittes langarm, aber dank des Materials nicht zu warm. Perfekt für so ein Mittelding an Wetter wie gerade eben.


Habt ein wunderbares Wochenende!



Freitag, 1. Mai 2020

Nähen - Plotten - Yoga

Nähen - Plotten - Yoga

Ja, man kann sagen, dass eine jede dieser Tätigkeiten zu meinen Hobbies zählt. Jedes für sich ist toll und während es bei Nr. 1 und 2 schon in der Natur der Sache liegt, dass sie immer wieder mal zusammenfinden, so steht Nr. 3 dann doch öfter für sich alleine. Aber ab und an schließen sich die drei zu einer Kolaboration zusammen und dann entsteht sowas: 




Sonja von Formenfroh hat ihren digitalen Zeichenstift gezückt und einige Plottermotive für Yoga-Begeisterte entworfen. Kurz entschlossen hab´ ich meine drei Hobbies zusammengetrommelt und los gelegt.
Der Shirtschnitt ist von Whoop! und kann ich nur bedingt empfehlen. Ich finde die Anleitung nicht besonders gut. Letztendlich habe ich es doch zu meiner Zufriedenheit fertigstellen können, aber ich hab ja schließlich auch schon ein paar Kilometer an Nähten hinter mich gebracht, da komm´ ich mit sowas auch zurecht. 
Der Stoff allerdings ist ein Traum: ich habe Bambus-Jersey für mich entdeckt. Er fühlt sich ähnlich wie Modal-Jersey an, ist aber einen Hauch seidiger, wie ich finde. Allerdings mag ihn nicht jede Nadel, - die Erfahrung musste ich schon machen. Hat man diese Hürde allerdings genommen, dann ist das Tragegefühl schlichtweg ein Traum.

Zum Plott: selbstverständlich beinhaltet die Datei "Happy Yoga" noch einige andere Motive, hier hatte ich also die Qual der Wahl. Und nachdem ich nicht nur dieses Mandala traumhaft fand, musste ich noch ein weiteres Motiv plotten:



Ist das nicht toll?! Sonja hatte uns das Motiv unter anderem auf eine Beuteltasche gephotoshoppt vorgestellt und es war um mich geschehen: das Haben-Wollen-Gefühl war nahezu übermächtig! Blöd nur, dass uns Sonja naturgemäß den Namen des Schnittes nicht sagen konnte, war es doch schließlich ein Stock-Foto, dass sie verwendet hatte.
Letztendlich bin ich bei Nähconnection fündig geworden und finde meine neue Beuteltasche so richtig rundum gelungen. Der Tochter gefällt sie übrigens auch, deshalb war sie so lieb und hat sich sogar für Fotos zu Verfügung gestellt. 

Wie gesagt, das sind sind nur zwei von mehreren Yoga-Motiven, wenn ihr einen Überblick wollt, schaut mal direkt bei Sonja

Habt einen wunderschönen Start ins Wochenende,





Schnitt: Whoop! Nr. 73 Strandshirt 
Plott: Happy Yoga von Formenfroh z.b. via Makerist

Dienstag, 28. April 2020

12tel Blick - April 2020

Tja, da wären wir mitten im Frühling oder eigentlich schon fast Frühsommer. Mit Anfang Mai sperren ja traditionell in Österreich die ersten Schwimmbäder auf, doch halt! Heuer ist so einiges anders! Wir wissen es alle! Ein kleiner bekrönter Virus hat uns alle fest im Griff und nichts ist so wie es noch vor ein paar Wochen war, geschweige denn in den letzten Jahren.

Großes Umdenken ist gefragt und unser aller Lebensgefüge ist gehörig durcheinander geraten. Aus diesem Grund hatte ich auch im letzten Monat keinen Kopf für einen 12tel Blick - irgendwie war ich anderweitig beschäftigt. Und bin es ehrlich gesagt immer noch.

Auch wenn ich prinzipiell nicht schlecht drauf war (und bin), so war für jemanden wie mich, der 50 Prozent seiner Arbeitszeit alleine zu Hause werkelt, mit immensen Umstellungen konfrontiert, an die ich mich nur schwer gewöhnen konnte. Anstatt hier nun alleine in Ruhe (sic!) in meinem Tempo vor mich hinzuwerkeln (selbstverständlich nun zu 100% im Homeoffice, inkl. Telefondienst), waren plötzlich 5 Personen rund um die Uhr anwesend - jeder mit seinen Bedürfnissen und natürlich ebenfalls diversen Umstellungs- und Anpassungsschwierigkeiten. Nicht nur, dass jeder seinen (Arbeits-)Platz und seine persönliche Arbeitsweise finden musste, es waren auch schlichtweg zu wenig Arbeitsgeräte vorhanden. 

Diese Zeit ist - keine Frage - für alle eine Herausforderung, und ich bin mir bewusst, dass wir uns als Familie in einer sehr priviligierten Situation befinden. Wenn ich hier quengle und meinem Launentief nachgebe, dann ist das eindeutig quengeln auf sehr hohem Niveau. Und dennoch: momentan bin ich etwas antriebslos, auch wenn mein Kopf voll ist, und ich war eindeutig schon besser drauf - und geh mir damit wohl am meisten auf die Nerven. Seufz.

Trotzdem habe ich es für April geschafft, meinen 12tel Blick zu fotografieren und er könnte nicht deutlicher zeigen, wie sich die Welt in den letzten Wochen gewandelt hat.


Die Menschen besuchen den Markt mit Mundschutz, die Anzahl der Standln hat sich (in Anbetracht der Jahreszeit) verringert und die Marktaufsicht ist nun mehr als präsent und kontrolliert, ob die Mindestabstände und die Maskenpflicht auch eingehalten werden.
Auch das Licht zeigt, dass mittlerweile das Jahr einen riesigen Schritt nach vorne gemacht hat: die Sonne steht um 10.30 Uhr schon um einiges höher, das Licht ist härter - ich habe hier quasi blind fotografiert, weil auf meinem Handy-Display absolut nichts zu erkennen war.



In der Hoffnung, dass sich meine Motivation bald mal wieder findet, wünsche ich euch allen nichtsdestotrotz einen wundervollen Start in den Mai.





Donnerstag, 9. April 2020

Hosen nähen - Jetzt ich bin voll dabei!

Jetzt bin ich doch tatsächlich auf den Geschmack gekommen! Lange genug hat es ja gedauert, denn vor vier Jahren habe ich meine allererste Jeans selbst genäht und es war tatsächlich kein Flop. Aber anscheinend habe ich mir doch einen gewissen Respekt davor bewahrt, denn warum hat es dann bis auf ein weiteres Modell zwischendurch - recht rasch nach Nr. 1, aber leider aus eigener Dummheit nicht ganz so toll sitzend - doch so lange gedauert, bis ich mich wieder darüber getraut habe?! 


Auf jeden Fall war es vor ein paar Wochen soweit. Der eigentliche Grund war ja der bevorstehende Schneidereimarkt im Apothekertrakt von Schönbrunn, denn ich wollte den im letzten Jahr erstandenen Herringbone stolz zur Schau stellen. Ich konnte mich lange nicht entscheiden, welchen Schnitt ich verwenden soll, aber da ich im Laufe des Winters meine Vorliebe für meine erste Birkin wiederentdeckt habe, war es zu Beginn des Jahres klar: die Birkin wird's. 



Mittlerweile war der Schneidereimarkt - aus Gründen - verschoben worden (und wird es wohl auch noch ein weiteres Mal, denn der Juni scheint in Coronazeiten immer noch zu knapp bemessen), aber meine Hose habe ich immerhin fertiggestellt und ich hab´ es sogar geschafft, sie zu fotografieren. Heute!




Ganz perfekt ist auch diese Hose nicht, denn ich habe den Reißverschluss bündig eingesetzt und nicht bedacht, dass er eigentlich eher mittig platziert werden soll und dabei hab ich mich so darauf gefreut, weil er sich so super einsetzen ließ - seufz. Jetzt ist er leider sichtbarer als gedacht, aber gut.

Stoff für die nächste Birkin liegt bereit, dieses Mal soll sie aus leichtem Leinen und somit sommertauglich sein. Und die Chancen stehen gut, dass ich mir dieses Mal nicht ganz so lange Zeit lasse, und dann merke ich mir das mit dem Zipp hoffentlich auch wirklich. 



Und weil ich zu dem blau-weißem Herringbone einen Farbklex haben wollte, habe ich mir ein Basic-Shirt dazu genäht. Eher ungewohnt in rot, aber blau und rot - das finde ich irgendwie sehr sommerlich und genau danach war mir. 
Wobei Basic ist das Shirt ja nur, weil es unifarben ist, denn der Schnitt selbst ist alles andere als das. Ich habe "Denice" von DreiEms allerdings bei den Ärmeln etwas abgewandelt und das Bündchen gleich direkt an den offenen Teil angenäht und die Halsöffnung habe ich auch etwas erweitert. War bei den Temperaturen heute gerade richtig! 

Genießt die Sonne! Frühling ist da!




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 Hose: Schnitt: Birkin Flares via NähConnection
Stoff: Herringbone blau 100% Organic Cotton via Schnittmenge
Shirt: Bambusjersey von Stoffschwester 
Schnitt: "Denice" von DreiEms, abgeändert




Dienstag, 7. April 2020

In Memoriam - In Erinnerung an Verlorenes: ein Trostjackerl

Erinnert ihr euch?


Die geliebte Alpenfleecejacke, die verloren ging. Wir trauern ihr immer noch nach. Doch ich habe aus den Resten eine neue zusammengestückelt. Aufgrund der reduzierten Stoffmenge, die mir zu Verfügung stand, habe ich mich für die "Kapuzenjacke Kim" von Pattydoo entschieden. Ein Raglanschnitt schien mir harmonischer, so konnte ich am Vorderteil eine Passe einarbeiten, die den Stoff in der Kapuze fortführt. Und weil sich dann noch die Beuteltaschen ausgingen, mussten sie halt auch sein. Aber eine Kapuzenjacke ohne Taschen?! Unmöglich!


Sie ist leider nur - ich muss es sagen - ein schwacher Abklatsch. Aber immerhin ein Trost. Ein Trostjackerl, sozusagen. Wärmt aber wie das geliebte Vorbild und wer weiß, vielleicht - ganz vielleicht - wird sie sich ebenso ins Herz schleichen? Spätestens wenn sie nicht mehr passt, wird das Drama groß werden.

Da bin ich sicher!
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Schnitt: Pattydoo Kapuzenjacke Kim 
Stoff: Alpenfleece; Motivstoff vom Holland-Stoffmarkt Juni 2018
Alpenfleece türkis: Stoffprinzessin

Freitag, 27. März 2020

Blouson Cara

Jetzt war es länger ruhig hier, aber unser aller Leben hat in den letzten Wochen die eine oder andere Wendung genommen. Wir alle waren und sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die wir so auf diese Weise noch nicht kannten.

Allem voran: wir sind gesund und so auch die weitere Verwandtschaft und unser Bekanntenkreis. Hoffen wir, dass es so bleibt! Das wünsche ich mir vor allem für meine Schwester, die als Krankenschwester ihren Dienst tut. 

Wir tragen das Unsere dazu bei, indem wir zu Hause bleiben und den Kontakt nach außen so gering wie möglich halten. Mein Mann und ich, wir finden uns in der glücklichen Situation, nicht wie so viele andere von der wirtschaftlichen prekären Situation betroffen zu sein - zumindest ich bin mehr als gut ausgelastet und kann meinen Job auch mit einigen Anpassungen recht problemlos von zu Hause aus erledigen. Dass nun allerdings zeitgleich auch gleich drei Kinder versorgt, baufsichtigt und mitunter auch angetrieben werden wollen, stellt hier, auch wenn sie keine kleinen Kinder mehr sind, durchaus eine weitere Herausforderung dar.
Wie auch immer. In den letzten zwei Wochen hatte ich - aus Gründen - wenig Muße, die kurzen Zeitfenster am PC abzupassen, um Fotos zu bearbeiten, zu schreiben oder sonstwie blogmäßig meine Gedanken zu sortieren. Aber zum Nähen bin ich immerhin gekommen - wenn auch nur letztes Wochenende, denn "seltsamerweise" waren die Wochentage mehr als voll. 

Aber heute! Heute zeige ich euch meine Cara, ein Blouson von Kibadoo. Jäckchen, Strickjacken und Westen (im österreichischen Sinn) sind ja nie blöd, die kann man immer gebrauchen, vor allem im Frühling. Auch wenn wir momentan verständlicherweise nicht oft vor die Tür kommen, ziehe ich diese Teile nun auch gerne zu Hause über T-Shirts an. Allein das suggeriert mir "Frühling", auch wenn ich in der Wohnung sitze.





Meine Cara ist aus etwas festerem Ripp-Jersey, der sich bei der Stoffschwester "Ottoman" nennt. Der Vorteil: er hat ein wenig Stand, ähnlich wie Sweat, ist aber ihnen nicht angerauht und daher auch nicht zu warm. Allerdings war der Stand für den Kragen dann doch zu wenig, wie man an den Fotos erkennen kann, aber ich kann damit leben. Beim nächsten Mal würde ich wohl tatsächlich eine Verstärkung aufbügeln. 

Ich war mir zuerst nicht sicher, ob mir der Blouson nicht zu kurz wäre, doch jetzt muss ich sagen: ich mag´ ihn genau so. Vor allem zu meinen High-Waist-Hosen, die ich zur Zeit sehr gerne trage. Apropos: die Hose auf den Fotos habe ich ebenfalls selbst genäht, es handelt sich um die "Birkin Flares" von NähConnection. Näheres könnt ihr hier lesen.

Bleibt gesund, bleibt daheim!



Schnitt: Blouson Cara von Kibadoo

Mittwoch, 4. März 2020

Original-Alpenfleecejacke

Diese3 Originale müssen ja von irgendwoher stammen und ich darf mich glücklich schätzen, zumindest 50 Prozent an Originalität beigesteuert zu haben. 

Ich bereichere die Welt allerdings schon ein bisserl länger mit mir als Original, wie lange schon, ist nun an meiner neuen Alpenfleece-Weste ersichtlich, aber wie heißt es so schön: Zahlen sind Schall und Rauch und außerdem ist man sowieso nur so alt, wie man sich fühlt, nicht wahr? Dass man da an einem Tag ein ganzes Lebensalter erfühlen kann, ist eine andere Sache... 


Als wir in den letzten Wochen unseren Sommerurlaub, der uns heuer mehrere Wochen nach Großbritannien und dort überwiegend nach Schottland, führen wird, geplant haben, war mir klar: ich brauche eine Alpenfleece-Weste. Denn ein Blick auf die Landkarte lehrt: das liegt schon verdammt hoch oben und temperaturmäßig muss man da wohl auf einiges gefasst sein. 

Ich habe zwar schon ein solches Jäckchen, das ich auch wirklich gerne trage, aber kombinationstechnisch ist sie nicht unbedingt ein Allrounder. Während das auf der häuslichen Couch nicht wirklich eine große Rolle spielt, wollte ich doch ein Kleidungsstück, dass mehr Kombinationen zulässt. Deshalb hab' ich mich für fröhliches Schwarz entschieden, auch wenn ich dieser Farbe sonst nicht so viel abgewinnen kann.



Ok, beim Beleg hab ich mich dann doch etwas hinreißen lassen, und wenn wir ehrlich sein wollen: Hautpsache warm, wer schaut schon auf die Details, wenn einem wirklich kalt wird, gell? Ich hab da ja mittlerweile eine ziemlich Wurschtigkeit entwickelt, - meine Tochter erinnert mich immer wieder daran, dass es auch mir irgendwann einmal nicht ganz so egal war. Dafür aber jetzt!
Genäht habe ich wieder die "Lillesol Woman" Nr. 15 Kapuzenjacke, doch dieses Mal hab mir Bauchtaschen dazu gebastelt, weil ich gemerkt habe, dass mir Taschen bei der anderen Jacke doch ziemlich fehlen. 

Einen schönen Tag wünsch ich euch,




Stoff: Alpenfleece von Stoffprinzessin